Heute hatte wir, meine Kommilitonen und ich, eine erste Einführungsveranstaltung und mit dem morgigen Tage, dem 1. September, fängt dann das Studium am MGIMO offiziell an.
Das MGIMO: Nunmehr ausgestattet mit einer Magnetkarte zum Betreten des Gebäudes, habe ich mich inzwischen so weit orientieren können, dass ich mich kaum noch in dem sehr verschachtelten und weitläufigen Gebäude/Gelände verlaufe. Die wichtigsten Räume sind mir bekannt und der kürzeste Weg dorthin zumeist auch. Meinen Studentenausweis habe ich zwar noch nicht und auch die Registrierung im Ausländerbüro scheint ein recht komplizierter Prozess zu sein, aber die dazu notwendigen Anträge und sonstigen Handlungen sind auf den Weg gebracht. Jetzt heißt es nur noch auf das Ergebnis warten. Wer sich das MGIMO näher anschauen will, findet unter www.mgimo.ru einige Informationen (auf Englisch und Russisch) .
Meine Kommilitonen: Das sind ca. 30-35 weitere Studenten aus Russland, den ehemaligen russischen Staaten und auch einige Ausländer wie Bastian und ich. Wir gehören zu dem ersten 1. Semester des Masterstudiengangs "Internationale Beziehungen" (Weltpolitik). Die meisten der russischen Studenten haben bereits einen Bachelor-Abschluß (Voraussetzung für ein Master-Studium) vom MGIMO in "Internationaler Politik".
Unser Stundenplan: Dieser umfaßt neben einem obligatorischen Fremdsprachenunterricht (den es leider bei uns in Deutschland nicht gibt) verschiedene Pflicht- und Wahlkurse. Dazu gehören zum Beispiel solche Kurse wie "Akteure der Weltpolitik", "Regionale Aspekte der internationalen Beziehungen", "Analyse zwischenstaatlicher Situationen" oder "Globale Sicherheit". Pro Tag werde ich wahrscheinlich so 2-3 Veranstaltungen haben. Das hört sich zwar nicht so viel an, aber entsprechend meiner derzeitigen Russischkenntnisse wird die jeweilige Vor- und Nachbereitung bestimmt einige Zeit in Anspruch nehmen.
Die Sprache: Die Veranstaltungen werden (natürlich) alle auf Russisch sein, ein Umstand, der mir derzeit noch einige Sorgen bereitet. Aber mit dem begleitenden Russisch-Unterricht und vielleicht der Hilfe meiner Kommilitonen wird es schon irgendwie gehen. Dabei hoffe ich zu Anfang vor allem auf die Hilfe der 3 Studenten bzw. Studentinnen, die auch in dem deutsch-russischen Doppelmaster sind. Ich habe zwei der Studentinnen heute bereits kennengelernt. Sie sprechen schon sehr gut Deutsch und haben gleich angeboten, uns bei den Kursen zu helfen.
Na, mal schauen, wie sich alles entwickeln wird. Wie sagen die Russen immer: "Все будет".
Donnerstag, August 31, 2006
Dienstag, August 29, 2006
Wie repariert man eine gesprungene Pflastersteinplatte...
... ohne diese durch eine neue zu ersetzen?
Man nehme fünf in identische orangefarbene Arbeitsanzüge gekleidete russische Arbeiter und postiere sie wohlsortiert und gleichmäßig um die betreffende Pflastersteinplatte mit dem Sprung. Dann lasse man diese Arbeiter ca. 5-10 Minuten darüber diskutieren, wie man es am besten anstelle, den Stein mittels der mitgeführten Schaufel und einer Mauererkelle anzuheben. Dann lasse man den ersten Arbeiter einen ersten Versuch starten, um die Schaufel dann an den nächsten Arbeiter zu übergeben, der ebenso erfolglos enden wird. Schließlich nehme man die Schaufel UND die Kelle und hebe damit gleichzeitig die Platte von verschiedenen Seiten an. Derweil lasse man die anderen drei anderen Arbeiter zuschauen. Anschließend enferne man durch einen anderen der Arbeiter sämtlichen unter dem Stein befindlichen Sand, schaufele ihn in die mitgebrachte Schubkarre und lege sodann die soeben angehobenen verschiedenen großen Teile der Steinplatte wieder an den selben Ort. Jedoch: nun fülle man sowohl den Sprung als auch die Ränder der Steinplatte mit NEUEM Sand und voila: Die Platte ist repariert!
Mit solchen interessanten Beobachtungen läßt sich eine lange Wartezeit sogar mit Wissenszuwachs vertreiben... :-)



Folgend die notwendigen Erläuterungen. Das scheint es recht verbreitet zu geben...
Man nehme fünf in identische orangefarbene Arbeitsanzüge gekleidete russische Arbeiter und postiere sie wohlsortiert und gleichmäßig um die betreffende Pflastersteinplatte mit dem Sprung. Dann lasse man diese Arbeiter ca. 5-10 Minuten darüber diskutieren, wie man es am besten anstelle, den Stein mittels der mitgeführten Schaufel und einer Mauererkelle anzuheben. Dann lasse man den ersten Arbeiter einen ersten Versuch starten, um die Schaufel dann an den nächsten Arbeiter zu übergeben, der ebenso erfolglos enden wird. Schließlich nehme man die Schaufel UND die Kelle und hebe damit gleichzeitig die Platte von verschiedenen Seiten an. Derweil lasse man die anderen drei anderen Arbeiter zuschauen. Anschließend enferne man durch einen anderen der Arbeiter sämtlichen unter dem Stein befindlichen Sand, schaufele ihn in die mitgebrachte Schubkarre und lege sodann die soeben angehobenen verschiedenen großen Teile der Steinplatte wieder an den selben Ort. Jedoch: nun fülle man sowohl den Sprung als auch die Ränder der Steinplatte mit NEUEM Sand und voila: Die Platte ist repariert!
Mit solchen interessanten Beobachtungen läßt sich eine lange Wartezeit sogar mit Wissenszuwachs vertreiben... :-)



Folgend die notwendigen Erläuterungen. Das scheint es recht verbreitet zu geben...
Montag, August 28, 2006
Warten, warten und nochmals warten
Warten, warten und nochmals warten - das war heute das Gebot des Tages. Und scheint auch sonst eine der Haupttugenden zu sein, die man sich in Russland aneignen sollte. Denn "Alles wird" IRGENDWANN werden, allerdings meistens auch nur, wenn man dreimal nachhakt.
Und so ging es heute von Pontius zu Pilatus und wieder zurück und wieder hin. Ziel war es, uns an der Uni und im Ausländeramt zu registieren. Dazu mußten wir erst eine Unterschrift von irgendjemand Wichtigem holen, mit dieser gingen wir dann zur nächsten Person, die auch seine Unterschrift darunter setzte und damit wieder zur nächsten und so weiter. Allerdings war das Erlangen des nächsten Schrittes jeweils mit einer zumeist längeren Warterei verbunden. Entweder weil die entscheidende Person erst noch ihren/seinen Tee fertig trinken musste oder vor dem betreffenden Raum bereits eine lange Schlange von russischen Mitstudierenden wartete.
Morgen geht es damit weiter, wobei wir (Bastian, mein Mitstreiter in dem Masterprogramm, und ich) dann am Ende des Tages hoffentlich nicht nur unsere Eingangsmagnetkarte in den Händen halten, sondern auch unseren Studentenausweis. Erstere ist notwendig zum Betreten des MGIMO-Gebäudes, in das zu gelangen für Fremde ähnlich umständlich ist wie in den Bundestag oder in das Auswärtige Amt. Das MGIMO scheint - aus welchen Gründen auch immer - eine Hochsicherheitszone zu sein.
Neben der vielen Warterei hatten wir heute allerdings auch unseren Einstufungstest für den studienbegleitenden Russischunterricht. Diese Woche werden wir 4 Stunden pro Tag haben. Ziemlich viel, aber auch sehr notwendig, denn mein Russisch ist doch sehr sehr eingerostet. Ich sitze bereits seit zwei Stunden an den vorbereitenden Hausaufgaben für den morgigen Unterricht und es werden bestimmt noch zwei bis drei weitere werden...
Und so ging es heute von Pontius zu Pilatus und wieder zurück und wieder hin. Ziel war es, uns an der Uni und im Ausländeramt zu registieren. Dazu mußten wir erst eine Unterschrift von irgendjemand Wichtigem holen, mit dieser gingen wir dann zur nächsten Person, die auch seine Unterschrift darunter setzte und damit wieder zur nächsten und so weiter. Allerdings war das Erlangen des nächsten Schrittes jeweils mit einer zumeist längeren Warterei verbunden. Entweder weil die entscheidende Person erst noch ihren/seinen Tee fertig trinken musste oder vor dem betreffenden Raum bereits eine lange Schlange von russischen Mitstudierenden wartete.
Morgen geht es damit weiter, wobei wir (Bastian, mein Mitstreiter in dem Masterprogramm, und ich) dann am Ende des Tages hoffentlich nicht nur unsere Eingangsmagnetkarte in den Händen halten, sondern auch unseren Studentenausweis. Erstere ist notwendig zum Betreten des MGIMO-Gebäudes, in das zu gelangen für Fremde ähnlich umständlich ist wie in den Bundestag oder in das Auswärtige Amt. Das MGIMO scheint - aus welchen Gründen auch immer - eine Hochsicherheitszone zu sein.
Neben der vielen Warterei hatten wir heute allerdings auch unseren Einstufungstest für den studienbegleitenden Russischunterricht. Diese Woche werden wir 4 Stunden pro Tag haben. Ziemlich viel, aber auch sehr notwendig, denn mein Russisch ist doch sehr sehr eingerostet. Ich sitze bereits seit zwei Stunden an den vorbereitenden Hausaufgaben für den morgigen Unterricht und es werden bestimmt noch zwei bis drei weitere werden...
Ein Sonntagsspaziergang
Sonntag, August 27, 2006
Angekommen in Moskau
Nach einem sehr sehr langen Vorbereitungs-Sachenwegbring-Aufräum- letzteDingeorganisieren-Marathon in Berlin, den ich ohne die Hilfe meiner Freunde & Familie in gar keinem Falle geschafft hätte, sitze ich nun in Moskau am Frühstückstisch, trinke einen Kaffee und beginne (dank der modernen Wireless-Lan Technik, die auch in Russland bereits Einzug gehalten hat, ganz unkompliziert) mein Moskauer Blogbuch.
Da bin ich also: in Moskau. Eine Stadt, die sich bereits jetzt von ganz unterschiedlichen Seiten präsentiert hat.
Alles fing sehr gut an. Mein Flieger kam bei strahlendem Sonnenschein auf dem Flughafen an. Um nicht gleich in der russischen Metropole verloren zu gehen, hatte mir Micha, ein Freund der gerade zufällig auch in Moskau ist, versprochen, mich am Flughafen abzuholen, zusammen mit Sergej. Versprochen, gehalten. Sergej, der Freund von Micha, ist Armenier, fährt sehr zügig einen sehr großen schwarzen Subaru-Landrover, ist sehr gastfreundlich und auch ein bisschen unheimlich. Woher er das Geld hat, um sich ein so teures Auto zu kaufen, weiß auch Micha nicht wirklich, Sergej fährt und parkt, wie er grad mag (und zahlt dann halt den Strafzettel), von Beruf ist er "Sohn" eines Keramikfabrikbesitzers und studiert hat er Jura. Alles in allem sehr nett, aber nicht so leicht zu durchschauen. Aber was für mich wichtig war, er ist sehr gastfreundlich, höflich und hilfsbereit.
Das war mein großes Glück, denn als wir nach einer knapp halbstündigen Fahrt an der Haustür zu meiner Untermietwohnung für die nächsten Wochen ankamen, war diese verschlossen und blieb es zunächst auch. Alle Klingel- und sonstigen Kontaktversuche der dazugehörigen Wohnungsinhaber waren erfolglos. Wäre ich, wie mein Kommilitone es tat, mit dem MGIMO-Fahrer, der uns am Flughafen auch abgeholt hat, wie ein alter KGB-Typ aussah und jede Frage oder Aussage unsererseits nur mit einem Kopfnicken beantwortet hat, mitgefahren, dann wäre ich jetzt verloren gewesen. Der hätte meine Sachen bestimmt vor die Haustür gestellt und wäre wieder weggefahren.
Dann hätte ich da gestanden, mitten in Moskau, im einem Hinterhof der Tverskaja, der Pracht- und Einkaufsmeile schlechthin in Moskau, einsam und verlassen. Aber nein, denn zum Glück war ich ja mit Micha und Sergej mitgefahren. Diese luden mich kurzer Hand zum Essen ein, was ich gern und dankend annahm, da mein Magen seit dem Frühstück (es war inzwischen 16.30 Uhr Ortszeit) auch noch nichts bekommen hatte. Also fuhren wir zu einem sehr guten kaukasischen Restaurant, wo es dann Schaschlik, Salat und sonstige sehr leckere, mir bis dahin unbekannt gewesene Gerichte gab. Während dessen hat Sergej weiter versucht, die Telefonnummer der Wohnungsinhaber zu kontaktieren und war schließlich erfolgreich. Also fuhren wir zu der Wohnung, deren Tür sich dieses Mal glücklicherweise auch auftrat.
Ich befand mich in einer recht gut erhaltenen Wohnung, Stil 70er Jahre, mit 3 Zimmern, einer Küche, einem Bad und einer Toilette. "Here are the keys, sorry, I got to go", mit diesen Worten bekam ich von dem englischsprachigen Typ, der mir die Tür aufgemacht hatte, die Schlüssel in die Hand gedrückt und wollte auch gleich wieder gehen. Wie sich rausstellte, war das nur ein Freund von den Wohnungsinhabern, der selbst eigentlich ganz woanders wohnt und nur auf mich in der Wohnung gewartet hatte. Und sich zwischendurch mal was zu Essen geholt hatte. Dummerweise gerade zu der Zeit , als wir beim ersten Mal angekommen waren.
Da war ich nun also, angekommen in Moskau. Meiner Heimat für die nächsten sieben Monate. Fürs Erste sicher und wohlbehalten, dank der Hilfe von Micha und Sergej. Die dann auch gleich darauf bestanden, mit mir noch die weiteren überlebenswichtigen Sachen besorgen zu gehen. Einige Lebensmittel (das Wochenende stand bevor) und eine russische Handynummer. Gesagt, getan. Wir fuhren zu einem Handy-Laden, den es hier auch an jeder Ecke gibt, und rannten so schnell wir konnten hinein. Denn es hatte inzwischen zu regnen angefangen. Aber nicht so ein bisschen Nieselregen, nein es regnete ganze Seen. Der kurze im Sprint zurückgelegte Weg von 5 Metern führte dazu, das ich fast komplett nass war. Aber im Laden waren wir erfolgreich. Ich habe jetzt eine russische Handynummer: 007-919-770-0207, über die ich nun auch hier in Moskau jederzeit erreichbar bin. Gleich darauf ging es noch in einen ziemlich teuren, da fast ausschließlich mit "West-Produkten" ausgestatteten Supermarkt (im Stadtzentrum ist es ähnlich wie bei uns relativ schwer, bezahlbare Sachen zu bekommen). Aber die für den Anfang notwendigen Dinge konnte ich erstehen, so dass ich nun in aller Ruhe frühstücken und meine erste Erlebnisse "zu Papier" bringen kann.
Allerdings muss ich auch schon wieder Schluß machen, da ich gleich mit Micha an den Füßen Puschkins verabredet bin. Wir wollen die Stadt ein wenig erkunden. Ich bin schon sehr gespannt. Vor allem, ob sich viel geändert hat im Vergleich zu 1996, als ich schon einmal für zwei Monate in Moskau war.
Ich werde weiter so oft wie möglich berichten und würde mich über Rückmeldungen sehr freuen. Meine Mailadresse ist noch dieselbe (b.satory@gmail.com) und meine russische Handynummer ist ja jetzt auch bekannt.
Da bin ich also: in Moskau. Eine Stadt, die sich bereits jetzt von ganz unterschiedlichen Seiten präsentiert hat.
Alles fing sehr gut an. Mein Flieger kam bei strahlendem Sonnenschein auf dem Flughafen an. Um nicht gleich in der russischen Metropole verloren zu gehen, hatte mir Micha, ein Freund der gerade zufällig auch in Moskau ist, versprochen, mich am Flughafen abzuholen, zusammen mit Sergej. Versprochen, gehalten. Sergej, der Freund von Micha, ist Armenier, fährt sehr zügig einen sehr großen schwarzen Subaru-Landrover, ist sehr gastfreundlich und auch ein bisschen unheimlich. Woher er das Geld hat, um sich ein so teures Auto zu kaufen, weiß auch Micha nicht wirklich, Sergej fährt und parkt, wie er grad mag (und zahlt dann halt den Strafzettel), von Beruf ist er "Sohn" eines Keramikfabrikbesitzers und studiert hat er Jura. Alles in allem sehr nett, aber nicht so leicht zu durchschauen. Aber was für mich wichtig war, er ist sehr gastfreundlich, höflich und hilfsbereit.
Das war mein großes Glück, denn als wir nach einer knapp halbstündigen Fahrt an der Haustür zu meiner Untermietwohnung für die nächsten Wochen ankamen, war diese verschlossen und blieb es zunächst auch. Alle Klingel- und sonstigen Kontaktversuche der dazugehörigen Wohnungsinhaber waren erfolglos. Wäre ich, wie mein Kommilitone es tat, mit dem MGIMO-Fahrer, der uns am Flughafen auch abgeholt hat, wie ein alter KGB-Typ aussah und jede Frage oder Aussage unsererseits nur mit einem Kopfnicken beantwortet hat, mitgefahren, dann wäre ich jetzt verloren gewesen. Der hätte meine Sachen bestimmt vor die Haustür gestellt und wäre wieder weggefahren.
Dann hätte ich da gestanden, mitten in Moskau, im einem Hinterhof der Tverskaja, der Pracht- und Einkaufsmeile schlechthin in Moskau, einsam und verlassen. Aber nein, denn zum Glück war ich ja mit Micha und Sergej mitgefahren. Diese luden mich kurzer Hand zum Essen ein, was ich gern und dankend annahm, da mein Magen seit dem Frühstück (es war inzwischen 16.30 Uhr Ortszeit) auch noch nichts bekommen hatte. Also fuhren wir zu einem sehr guten kaukasischen Restaurant, wo es dann Schaschlik, Salat und sonstige sehr leckere, mir bis dahin unbekannt gewesene Gerichte gab. Während dessen hat Sergej weiter versucht, die Telefonnummer der Wohnungsinhaber zu kontaktieren und war schließlich erfolgreich. Also fuhren wir zu der Wohnung, deren Tür sich dieses Mal glücklicherweise auch auftrat.
Ich befand mich in einer recht gut erhaltenen Wohnung, Stil 70er Jahre, mit 3 Zimmern, einer Küche, einem Bad und einer Toilette. "Here are the keys, sorry, I got to go", mit diesen Worten bekam ich von dem englischsprachigen Typ, der mir die Tür aufgemacht hatte, die Schlüssel in die Hand gedrückt und wollte auch gleich wieder gehen. Wie sich rausstellte, war das nur ein Freund von den Wohnungsinhabern, der selbst eigentlich ganz woanders wohnt und nur auf mich in der Wohnung gewartet hatte. Und sich zwischendurch mal was zu Essen geholt hatte. Dummerweise gerade zu der Zeit , als wir beim ersten Mal angekommen waren.
Da war ich nun also, angekommen in Moskau. Meiner Heimat für die nächsten sieben Monate. Fürs Erste sicher und wohlbehalten, dank der Hilfe von Micha und Sergej. Die dann auch gleich darauf bestanden, mit mir noch die weiteren überlebenswichtigen Sachen besorgen zu gehen. Einige Lebensmittel (das Wochenende stand bevor) und eine russische Handynummer. Gesagt, getan. Wir fuhren zu einem Handy-Laden, den es hier auch an jeder Ecke gibt, und rannten so schnell wir konnten hinein. Denn es hatte inzwischen zu regnen angefangen. Aber nicht so ein bisschen Nieselregen, nein es regnete ganze Seen. Der kurze im Sprint zurückgelegte Weg von 5 Metern führte dazu, das ich fast komplett nass war. Aber im Laden waren wir erfolgreich. Ich habe jetzt eine russische Handynummer: 007-919-770-0207, über die ich nun auch hier in Moskau jederzeit erreichbar bin. Gleich darauf ging es noch in einen ziemlich teuren, da fast ausschließlich mit "West-Produkten" ausgestatteten Supermarkt (im Stadtzentrum ist es ähnlich wie bei uns relativ schwer, bezahlbare Sachen zu bekommen). Aber die für den Anfang notwendigen Dinge konnte ich erstehen, so dass ich nun in aller Ruhe frühstücken und meine erste Erlebnisse "zu Papier" bringen kann.
Allerdings muss ich auch schon wieder Schluß machen, da ich gleich mit Micha an den Füßen Puschkins verabredet bin. Wir wollen die Stadt ein wenig erkunden. Ich bin schon sehr gespannt. Vor allem, ob sich viel geändert hat im Vergleich zu 1996, als ich schon einmal für zwei Monate in Moskau war.
Ich werde weiter so oft wie möglich berichten und würde mich über Rückmeldungen sehr freuen. Meine Mailadresse ist noch dieselbe (b.satory@gmail.com) und meine russische Handynummer ist ja jetzt auch bekannt.
Samstag, August 19, 2006
Noch in der Heimat
Im schönen Monat Auguste war's,
der Sommer sang noch seine Weisen,
die Sonne schien hell und wunderbar warm,
da wollt ich nach Moskau reisen.
Ja, das will ich, nach Moskau reisen. Um dort ein Semester lang zu studieren, von September bis einschließlich nächsten März. Das heißt, ich bin in Moskau den ganzen Winter über.
Ob es allerdings wirklich ein Wintermärchen werden wird, bleibt abzuwarten. Dieser Blog wird regelmäßig Nachricht davon geben, wie der aktuelle Stand der Dinge ist; er wird berichten von schönen und hoffentlich nicht vielen nicht so schönen Erlebnissen aus der russischen Hauptstadt.
der Sommer sang noch seine Weisen,
die Sonne schien hell und wunderbar warm,
da wollt ich nach Moskau reisen.
Ja, das will ich, nach Moskau reisen. Um dort ein Semester lang zu studieren, von September bis einschließlich nächsten März. Das heißt, ich bin in Moskau den ganzen Winter über.
Ob es allerdings wirklich ein Wintermärchen werden wird, bleibt abzuwarten. Dieser Blog wird regelmäßig Nachricht davon geben, wie der aktuelle Stand der Dinge ist; er wird berichten von schönen und hoffentlich nicht vielen nicht so schönen Erlebnissen aus der russischen Hauptstadt.
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