Nach einer Übergangszeit in einer Wohnung in der Nähe des MGIMO sind wir, Lisa und ich, letzten Sonntag nun endlich in unser hoffentlich wirklich endgültiges Domizil eingezogen. Es ist wieder im Zentrum, allerdings ein Stückchen weiter nerdlich, an der Ecke der Tverkaja-Jamskaja und dem Gartenring. Da an zwei der vielen Moskauer Hauptverkehrsstrassen gelegen, ist es bei geöffnetem Fenster etwas sehr laut, aber dafür ist unser Zimmer gross, hell und gemütlich.
Die Wohnung befindet sich in einem, ich würde sagen, sehr ursprünglichen Sowjetneubau mit 20 Etagen und ist ausgestattet wie in guten alten Zeiten. In unserem Zimmer haben wir genau die gleiche Schrankwand wie meine Eltern sie damals zur DDR-Zeiten auch hatten. Die scheint hier wirklich (noch) sehr verbreitet zu sein, denn als wir auf unserer Wohnungssuche ein paar andere Zimmer angeschaut haben, ware sie dort ebenfalls zu finden gewesen. Aber ansonsten hat die Wohnung alles, was man braucht: eine Zentralheizung, deren Regulierung leider nicht über einen Drehhahn funktioniert, sondern nur über das Öffnen und Schließen der Fenster; eine moderne Waschmaschine(!) und eine große Küche, in der man gemütlich kochen und sitzen kann.
Da leider die Ausstattung der Wohnung mit Geschirr, Bettdecken, Kissen und Bettwäsche recht spärlich, um nicht zu sagen kaum vorhanden war, waren wir letzten Samstag gleich erst mal bei Ikea. Natürlich hätte man die notwendigen Sachen auch woanders bekommen, aber selbst die Russen haben auf meine Frage, wo ich denn diese Dinge am einfachsten und billigsten bekommen könnte, geantwortet: bei Ikea. Als gesagt, getan und da Ikea ja, wie wir feststellen konnten, wirklich (mit ein paar lokalen Eigenheiten) überall absolut identisch ist, war diese Unternehmung dann auch relativ unproblematisch erledigt. Das größte Problem war wie immer, zu Ikea hinkommen, da auch hier als bevorzugte Lokalität der äußerste Stadtrand gewählt worden war. Aber mit der tollen Moskauer Metro und einem kostenlosen Ikeabus ab der letzten Station, ging auch das.
Da wir im 8. Stock wohnen und die Wohnung riesig-große Fenster in jedem Zimmer hat, , wache ich nun also jeden Morgen auf und kann gleich vom Bett aus erst mal eine Blick auf den Moskauer Himmel einfangen. Heute ist der leider grau und gibt ausgiebig Regen frei. Aber die vergangenen Tage waren im Gegensatz zu meiner Vermutung wettermäßig doch recht schön
gewesen: zumeist Sonnenschein und Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad. Für Moskau um diese Jahreszeit kein sehr typisches Wetter, wie mir viele Russen immer wieder versichern.
Auch mit unserer Mitbewohnerin hatten wir großes Glück. Sie ist zwar keine Einheimische, sondern eine 32-jährige Italienerin. Aber da sie bereits seit vielen Jahren in Russland lebt und daher fließend russisch spricht, ein völlig "adäquater Ersatz" als erhoffter Russisch-Sprachpartner. Sie arbeitet hier als Juristin im Bereich der Menschenrechte.
Da bin ich nun also endlich wirklich in Moskau angekommen und harre sicher und warm der Dinge, die da noch kommen mögen. Mit einem festen, gemütlichen Heim ist eine der Grundbedingungen gegeben, damit auch ein langer, kalter Winter zu einem Wintermärchen werden kann. Nun, ich werde sehen und berichten.
Ach ja, zu guter Letzt noch zwei Fotos, eingefangen einmal beim Blick aus der Küche und einem aus unserem Zimmer.



















